Gruß geschrieben!


Und? Drucken E-Mail
Geschrieben von: Pfarrer   
Sonntag, den 26. Mai 2013 um 19:08 Uhr

Und?

Liebe Christen,

ein kurzes und wichtiges und interessantes Wörtchen ist „und“. Es stellt Verbindungen her. Kommas sind dagegen ziemlich heruntergekommene Striche, die nicht richtig auf den Punkt kommen.

Neueste Entwicklungen beim „und“ zeigen seine seelsorgerlichen Qualitäten. Das „und“ mit Fragezeichen animiert Mitmenschen zum Erzählen. Mehr braucht es nicht. Gut, es gibt ein paar Banausen, die antworten „Und was?“, weil sie sprachlos sind, aber die meisten verstehen „und?“ in der Bedeutung „Wie geht es Dir?“, allerdings doch so unbewusst, dass sie nicht mit einer Floskel antworten, sondern ihr Herz ausschütten. Der Zuhörende stimmt kurioserweise mit dem neuen OK, das etwa so gesprochen wird: „okeeh“ (bei Verwunderung „okeih“) und dem Erzählenden signalisiert: Ich höre dir zu.

Das ganze Gespräch: „Und?“ „Ach, meine Nase läuft, sonst läuft nichts mehr, und meine Frau ist mir weggelaufen.“ „Okeeh!“

Und? Ist Ihnen noch gar nicht aufgefallen? Ein „und“ öffnet den Mund. Der Erfinder des Evangeliums als Schrift, Markus, beginnt fast jeden Satz mit „und“  - aus gutem Grund.

Ein Paar wird stets mit „und“ verbunden. Wo Stefan, Stefanie noch unglücklich die Blütenblätter rupfen, sind Günter und Gunda nun verbunden.

Und wenn zu Beginn des Gottesdienstes die Dreieinigkeit aufgezählt wird, als wären es drei Sachen oder Personen, die man zum Gottesdienst braucht (und es könnten ja auch vier oder fünf sein), dann fühle ich mich im Kirchenschiff auf dem falschen Dampfer. Gottes Dreieinigkeit braucht beim Sprechen und Hören Übergang und Einklang: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ So sei es.

„Und“ hat sogar schon einmal die Kirche gespalten, nämlich die Ost- von der Westkirche. Der Westen sagt „und dem Sohn“ und das heißt soviel wie, dass der Heilige Geist nicht nur vom Vater ausgeht, sondern vom Vater „und“ vom Sohn. Die Bibel gibt beides her.

Wenn Sie jetzt „und!?“ sagen (und es wäre ein kurzes, bellendes „und“), dann kann das entweder heißen: „Was will er uns jetzt wieder sagen?“  oder „Mir doch egal!“ oder „Kommt noch was?“

… und tschüs!

 

Ihr Pfarrer

Hans-Gerrit Auel

 
In ausgestreckte Arme laufen Drucken E-Mail
Geschrieben von: Pfarrer   
Sonntag, den 17. März 2013 um 12:57 Uhr

In ausgestreckte Arme laufen

Liebe Christen,

„Hinter jedem Baum versteckt sich immer noch mein Kind. Nie mehr die Arme weit auslegen, es zu empfangen, wenn es freudig, überraschend aus gelungenem Nichtgefunden hervorspringt und wieder da ist - da! In zwei ausgestreckte Arme läuft. Meine. Nie mehr.“

Beeindruckende Verse über Vater und Sohn von Botho Strauß aus seinem neuen Buch „Die Fabeln von der Begegnung“.

Wir hören sie im Angesicht der Konfirmation als einem Fest des Übergangs vom Kind zum Erwachsenen. Gut, dass es dieses Fest gibt, um an einem Tag im Leben festzuhalten, was sonst kaum zu begreifen ist. An den Eltern ist es, loszulassen von den Kindern, damit diese das sein können, was sie sein sollen: groß und erwachsen, zukünftige Eltern von Enkeln, die sich wieder hinter den Bäumen verstecken und in zwei ausgestreckte Arme laufen.

Vielleicht weil wir den letzten Gedanken in den letzten Jahrzehnten nicht mehr ohne weiteres zulassen, sind obige Verse von Strauß leider auch so zu verstehen, dass es in unserer Heimat immer weniger Kinder gibt. Und Konfirmationen?

Wir stehen inmitten einer großen Veränderung: „Jeder einzelne wird erfaßt vom großen Nachlassen aller. Er kämpft wohl und müht sich - doch plötzlich entzieht sich‘s ihm. Er findet nur in der Zerstreuung seiner selbst den Anschluß an die anderen, die im gleichen Abfluß kreiseln. Alle Posten sind besetzt, alle Gipfel längst gestürmt. Wo soll ich hin, wo kann ich gerade stehen, was bleibt zu tun für mich? So der junge, von einem alten Drang ergriffene Mensch.“

Hier hat die Konfirmation über alle religiöse Gründe hinaus eine für die Menschen und für jeden einzelnen weiterhin nicht zu unterschätzende Kraft: Stärkung für den eigenen Weg. Denn nie mehr Kind zu sein ist hartes Brot. Weil wir nicht mehr einfach da sind, sondern auf der Suche - „hinter jedem Baum“ ...

 

Euer Pfarrer

Hans-Gerrit Auel

 

 
Stärken - durch Anti-Doping Drucken E-Mail
Geschrieben von: Pfarrer   
Mittwoch, den 30. Januar 2013 um 20:49 Uhr

Stärken - durch Anti-Doping

Liebe Christen,

der Profi Lance Armstrong hat jetzt zugegeben, dass er professionell gedopt hat. Von den DDR-Sportlerinnen mit den tiefen Stimmen ahnte man es schon früher, heute weiß man, dass auch die DDR-Männer gedopt waren. Ja, sogar die so genannten Helden von Bern waren beim Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 beim 3:2 gegen Ungarn gedopt. Da die Spritzen verunreinigt waren, sind fast alle Fußballer des Endspiels an Hepatitis erkrankt und einige früh verstorben.

Die Ungarn waren 1954 wahrscheinlich auch gedopt, die meisten Radfahrer, gegen die Lance Armstrong fuhr, ebenfalls und die Leichtathleten auf westdeutscher Seite vielfach auch.

Auch die großen Tennisspieler John McEnroe und Andre Agassi haben Doping zugegeben. Der Torwart Harald „Toni“ Schumacher wurde geächtet und aus der Nationalelf verbannt, als er in „Anpfiff“ von Dopingpraktiken im Fußball sprach, ein großes Tabu im weltweiten Lieblingssport.

Bis heute gewinnt man mit Schweigen Gold, und wer redet, wird auch kein Silber mehr holen, weil sich der Kreis der Gleichgesinnten schließt und den Strafstoß schießt.

Aber bevor wir mit dem Finger auf die dopenden falschen Stars zeigen, könnten wir ja die Fastenzeit nutzen, um unser alltägliches Doping zu überprüfen. Wie wär‘s, wenn wir, so wir eigentlich gesund sind, in der Fastenzeit aufputschende und beruhigende Mittelchen weglassen?

 

Euer Pfarrer

Hans-Gerrit Auel

 

 

 

 
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